Was wird die nächste Horror-Nachricht sein?

Wird sich die Lage beruhigen oder weiter eskalieren? Was ist die nächste Wendung in der Flüchtlingskrise, im Kriegsgeschehen in Syrien, im Irak, in Nordafrika und in der Ukraine? Was werden die Folgen für uns alle sein? Kommt ein Krieg auf uns zu, der uns direkt betrifft?

Das sind Fragen, die mich in letzter Zeit aufrütteln, wenn ich Nachrichten recherchiere. Wie kann ich eine fruchtbare Haltung zu diesen Themen einnehmen, wenn ich Wert lege auf Bewusstheit, auf Frieden, auf Entspannung und Wohlgefühl im Körper? Viele aus meinem Umkreis ringen um eine stimmige Antwort auf diese Frage. Ich sehe dabei vier verschiedene Formen mit diesen Themen umzugehen. Hier will ich sie zur Diskussion stellen. Bitte trage über die Kommentarbox mit deiner Meinung bei.

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Die 4 Hauptformen, mit der Krise umzugehen:

Die schnelle Schuldzuweisung

Wir leben in unsicheren Zeiten. Vielleicht gefährden die neuen Entwicklungen die finanzielle Zukunft unserer Familie, vielleicht sogar die Stabilität und den Frieden. In solchen Zeiten suchen wir manchmal Erleichterung in der schnellen Schuldzuweisung. Zumindest sind wir dann sicher, wer die „Bösen“ sind. Je nach Thema und politischer Ausrichtung sind das dann die Russen, die Amerikaner, die Islamisten oder die Rechtsradikalen. Manchmal auch Putin, Obama oder Merkel persönlich. Wir gewinnen so inmitten großer Unsicherheit schnell ein Quäntchen scheinbarer Sicherheit.

Doch für welchen Preis? Wir verlieren die Chance, die Krise unserer Welt tiefer zu verstehen und Teil der Lösung zu werden. Und in Zeiten der umfassenden Medien-Manipulation ist die Gefahr groß, gegen die eigenen Interessen manipuliert zu werden.

Die Verteidigung der Innenwelt

Bei dieser Variante ist unser Hauptanliegen, unsere Innenwelt vor dem Einbrechen der Außenwelt zu schützen. Wir denken dann quasi: „Hier bin ich, mit meinem Wunsch, immer bewusster zu werden und zu innerem Frieden und einer stabilen Lebensfreude zu finden. Und da draußen ist die Welt, voller Chaos, Leid und Gewalt. Ich versuche also, meinen Innenraum vor diesen negativen äußeren Einflüssen zu bewahren. Ich lese möglichst wenig Nachrichten und halte mich aus Diskussionen heraus.“

Das Problem ist nur: Ein innerer Friede, der bestimmte Themen der Außenwelt ausklammert, ist ein wackliger Frieden. Er ist ständig davon bedroht, dass die Außenwelt Gefühle in uns auslöst, die uns zu einer Stellungnahme auffordern, und er kann nur durch fortlaufendes Ausklammern der Außenwelt und die damit einhergehenden Spannungen aufrecht erhalten werden.

Die Ausstrahlung des Friedens

Bei dieser Variante nehme ich das äußere Chaos wahr und denke, dass ich darauf keinen direkten Einfluss habe. Ich hoffe aber, dass ich indirekt darauf wirken kann, wenn ich für Frieden und Ausgeglichenheit in mir selbst sorge, wenn ich bete, den betroffenen Menschen in Syrien und anderswo gute Energien schicke und um mich herum Frieden und Liebe verbreite. Diese Haltung ist nicht so in sich abgeschlossen, wie die „Verteidigung der Innenwelt“. Sie ist lässt  die innere Berührung mit der Außenwelt zu. Sie spürt auch die eigene Mit-Verantwortung für die Außenwelt. Sie bleibt aber in ihrer Antwort auf eine bestimmte Ebene begrenzt. Ihre Motivation ist, zur Lösung beizutragen, sich aber dabei nicht allzu verletzlich zu machen. Grundlage dafür ist meist, dass es schwer fällt, die sonst aufkommenden Gefühle vollständig integrieren zu können.

Die Antwort der Seele

Diese Variante erfasst uns vollständiger und lässt uns zum Teil der Lösung werden. Um zu erklären, was es mit Gefühlen wie Wut oder Hilflosigkeit und Ohnmacht gegenüber den Zuständen der Welt auf sich hat, muss ich etwas tiefer gehen: Was sind nur einzelne Symptome der Krise unserer Welt – und was ist die Krankheit selbst? Wie bleiben wir Teil des Problems und wie werden wir zum Teil der Lösung?