Gemeinschaft-haende

Die Zeit ist reif für Gemeinschaften der dreifachen Integration

Die globale Krise, in der wir leben, wird durch drei Trennungen gekennzeichnet: die Trennung des Menschen von sich selbst, die Trennung des Menschen von seinen Mitmenschen und die Trennung des Menschen von der Natur.

Alle diese Trennungen verstärken sich gegenseitig, doch die Trennung des Menschen von sich selbst ist grundlegend: So wie wir mit unseren Gefühlen umgehen – wir sind von ihnen getrennt und versuchen sie zu beherrschen – so gehen wir mit unseren Nächsten, so gehen wir mit der Erde um.

Obwohl wir Menschen keine Massenwesen sind, ziehen wir immer mehr in riesigen Städten »zusammen«. Dort sind wir von komplizierten Systemen abhängig, während wir gleichzeitig das Gleichgewicht des Klimas zerstören und die Grundlagen des Lebens wie Wasser, Luft, Erde und Lebensmittel vergiften. Konflikte und Kriege bedrohen weltweit den Frieden.

Die globale Krise verlangt nach neuen Formen des Zusammenlebens

Wir brauchen Formen der menschlichen Gemeinschaft, die die dreifache Integration zum Ziel haben: die Integration des Menschen in sich selbst, mit seinen Mitmenschen und mit der Natur.

Die Trennung des Menschen von sich selbst

Wir können in unserer Kultur meist nicht spontan aus unserer inneren Mitte heraus leben, sondern müssen uns verstellen. Viele unserer natürlichen Gefühle gelten als negativ und unangenehm. Wir können nicht zulassen, dass sie sich frei in uns bewegen. Statt dessen begrenzen und unterdrücken wir sie. Da wir so meist damit beschäftigt sind, unsere Lebendigkeit zu kontrollieren, können wir nicht vollkommen in unsere innere Mitte entspannen und daraus leben. Wir leben so nicht, was in uns gelebt werden will, sondern funktionieren fremdbestimmt. Die Kontrollzentrale, die sich dabei bildet, erscheint uns schließlich als unser »Ich«. Mit diesem »falschen Zentrum« identifiziert, fühlen wir uns von der Existenz abgetrennt und leben in chronischer Hab-acht und Kampfstellung. Trennung von uns selbst bedeutet also im wesentlichen zweierlei: Trennung von unseren Gefühlen (den authentischen Bewegungen unserer Lebensenergie) und Trennung von unserem natürlichen, in der Existenz ruhendem Zentrum.

Trennende „Gemeinschaften“ Die heute weltweit vorherrschende Kulturform betreibt das Schlechtmachen und Unterdrücken herausgeforderter Gefühle, der sogenannten »negativen Gefühle«. Die Gefühle des Empfangens und des Sehnens werden begrenzt. Sie kultiviert außerdem die Mißachtung des puren Daseins und glorifiziert das Tun und das Haben. Wir leben also in einer Gesellschaft, die die Trennung des Menschen von sich selbst kultiviert. Sie kultiviert genauso auch die beiden anderen Haupt-Trennungen. Man könnte also sagen, wir leben in „Gemeinschaften“ der dreifachen Trennung. Es gibt jedoch auch starke Strömungen, die eine Antwort auf die weltweite Lebenskrise und eine neue Richtung des Fortschritts suchen. »Gemeinschaften der dreifachen Integration« haben hier im wesentlichen vier Aufgaben:

  • Sie ermöglichen ihren Mitgliedern emotionale Heilung, damit die alten Verwundungen nicht gegenwärtiges Leben verstellen, damit die Mitglieder innerlich zu ihrer Ganzheit zurückfinden und damit die Verwundung nicht an andere weitergegeben wird.
  • Sie unterstützen ihre Mitglieder darin, emotionale Kompetenz zu entwickeln, damit sie nicht erneut ihre Gefühle unterdrücken müssen und damit das gegenwärtige Leben authentisch fließen kann.
  • Sie entwickeln Formen des Zusammenlebens, in denen das Auskosten von Zufriedenheit und Befriedigung, die Ausweitung in Wünschen und das Annehmen und Genießen von herausgeforderten Gefühlen kultiviert wird.
  • Sie ermöglichen einen Lebensstil, bei dem das Ruhen im puren Dasein ausreichend Platz bekommt. Sie fördern in ihren Mitgliedern das Erkennen des Einsseins mit dem Ganzen und sind dabei auf keine spirituelle Richtung festgelegt.

Die Trennung des Menschen von seinen Mitmenschen Hier die wesentlichen Aspekte:

  • Wir können anderen nur so nah sein, wie wir uns selbst sind. Die Trennung von uns selbst trennt uns auch von anderen.
  • Wenn wir nicht in unseren eigenen vier Wänden sind und unbeobachtet, leben wir quasi ein »offizielles Ich«, das mit unseren authentischen Regungen nicht mehr viel zu tun hat. Fremdheit trifft auf Fremdheit, und das Gefühl greift um sich, auf dieser Welt nicht zuhause zu sein.
  • Wer seine authentische Eigenart nicht lebt, verliert das Gefühl von Geborgensein in der Existenz. Er wird in den Vorgaben dessen, was »normal« ist, Zugehörigkeit und Sicherheit suchen. Jeder Andersartige wird zum Spiegel für die Begrenztheit dieser Uniform und droht das eigene Gesicht als Maske und die Sicherheit als falsch zu entlarven. Fremdenangst und Aggressionen sind die Folge.
  • Wer die Erde als Platz sieht, auf dem Mangel herrscht und auf dem Kampf um Quellen und Güter die Regel ist, der wird blind für den natürlichen Reichtum und die Schöpferkraft der Erde. Fremde werden so zu Konkurrenten und Feinden und alle Mitmenschen sind aufgeteilt in Mitkämpfer aus der eigenen Gruppe und Gegner, die bekämpft werden müssen.
  • Statt dass wir die Andersartigkeit zwischen Mann und Frau als Quelle von gegenseitiger Bereicherung feiern, wurde sie zum Anlaß von Kampf und Unterdrückung. Der jahrhundertelange Kampf zwischen den Geschlechtern reißt eine Kluft durch die Menschheit, die wiederum zur Quelle von unsäglicher Frustration und Aggression wird.

Gemeinschaften der dreifachen Integration

  • schaffen eine neue Form des Zusammenlebens, in der wir kein »offizielles Ich« vor uns herschieben und zwischen uns halten, sondern in der wir uns so zeigen und leben können, wie wir sind. So entsteht Nähe und Verbundenheit.
  • entwickeln Beziehungen zwischen Mann und Frau, die den Kampf beenden und der Freundschaft und Liebe Raum geben. Sie helfen ihren Mitgliedern ihre Liebesfähigkeit in ihrem ganzen Potential zu entwickeln.
  • sind offen für Angehörige aller Nationen, ethnischen Gruppen und religiösen Orientierungen. Sie sind dadurch ein lebendiges Beispiel für die Auflösung von Fremdenangst.
  • sie schotten sich nicht ab von der sie umgebenden Gesellschaft, sondern vernetzen sich mit all jenen Strömungen, die in eine ähnliche Richtung wollen.

Die Trennung des Menschen von der Natur Jahrhundertelang hieß es an unsere innere Natur gerichtet: »behersche dich« und zur »äußeren« Natur: »mache sie dir untertan«. Inzwischen vergiften wir weltweit Wasser und Luft, die Erde, Lebensmittel und uns selbst. Und während wir uns taub und blind stellen, um unsere Hilflosigkeit nicht pausenlos zu spüren, greift die Lungenentzündung der Erde immer weiter um sich (jeden Tag verbrennen X Hektar Regenwald.)

Gemeinschaften der dreifachen Integration ermöglichen ihren Mitgliedern, ihre Verbundenheit mit der Natur zurückzugewinnen. Das geschieht durch die wiedergewonnene Feinheit und Tiefe des Fühlens, es findet aber auch seinen Ausdruck auf einer ganz praktischen, erdigen Ebene: Solche Gemeinschaften erschließen sich eigene, umweltfreundliche Energiequellen und versorgen sich selbst mit ökologisch angebauten Lebensmitteln. Die Arbeit mit Erde und Pflanzen wird als besondere Gelegenheit genossen, sich mit Naturkräften aufzuladen. Solche Gemeinschaften legen Wert darauf, bezüglich Lebensmittel und Energiequellen autark zu werden. Ist in dieser Hinsicht die Selbstversorgung gesichert, ist die Gemeinschaft von den Auf- und Ab-Bewegungen der Marktwirtschaft unabhängig. Weitere wirtschaftliche Projekte entstehen dann als Ausdruck von Überfluss und Kreativität und nicht mehr aus der Not, die eigene Existenz zu sichern. Während sonst Freiräume für individuelle Entfaltung mit massenhafter Anonymität in der Stadt erkauft werden, bilden sie menschengemäße Strukturen, die Naturnähe mit Freiheit von unterdrückenden Konventionen verbinden. Kinder sind die Quelle der Zukunft. Sie finden in der Gemeinschaft einen vielfältigen Kreis von Wärme und Orientierung. Sie bereichern die Gemeinschaft mit ihrer Lebendigkeit und Spontaneität. Auch alte Menschen, die in der Vereinzelung der Massengesellschaft sonst meist ein benachteiligtes Dasein fristen, finden in der Gemeinschaft einen würdigen Platz. Gemeinschaften der dreifachen Integration setzen nicht auf Ideologien, sondern nutzen wirksame, prozessorientierte Methoden (siehe Links unten). Von Wandlung zu Wandlung entsteht ein Leben, dass der menschlichen Natur entspricht und immer mehr Bewußtheit, Liebe und Schönheit auf die Erde bringt.

 
Wege zur Integration in die Natur …

 

 

 

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