Ein Gedicht zum Thema Advaita, Satsang, das Eine ...

Zu allen Zeiten war der Ozean total.

Er wogte stetig aus seiner Tiefe an sämtliche Küsten,
stieg in den Wolken zum Himmel,
verbreitete sich mit dem Wind in alle Richtungen
und regnete auf Berg und Tal.
Gleichzeitig strömte er von überall her
zu sich selbst zurück.

Doch dann begann er sich an seine Wellen zu verlieren:
an besonders schönen Stränden wollte er verweilen,
und mit den schroffen Klippen, die seine Wogen brachen,
haderte er.

Bald hatte er vergessen, wer er in der Tiefe war.

Doch da erwachte innerlich diese Unruhe.
Immer wieder fragte er sich:
Wer bin ich?

Und so kam die Erkenntnis über ihn:
Ich bin ja gar nicht meine Wellen!

Da liess er sich zurückfallen
in seinen tiefsten Urgrund.
Einige Momente lang ruhte er wieder in seiner Tiefe
und wogte gleichzeitig in all seinen Wellen.
Ahh!

Doch noch war der Drang,
sich an Beliebtem festzuhalten, stark in ihm.
Und so bestand er immer wieder
auf der neu gefundenen Lehre:
»Ich bin nicht meine Wellen,
ich bin die Tiefe,
die unendliche, die unbewegte«

Und ohne dass er es merkte,
entzog er seinen Wellen die Liebe.
Er bekämpfte sie nicht, er liess sie geschehen,
aber er konnte ihr Spiel nicht mehr geniessen.

Und er zog sich unmerklich
immer mehr aus seinen Wellen zurück.
Die begannen sich nun totzulaufen.
Und mit seiner letzten Welle
hörte der große Ozean auf zu atmen.

Eine Zeitlang gefiel ihm diese Art von Stille.

Doch dann begann aus seinen Tiefen ein Drängen und Schieben
und bevor er sich ganz hatte herausnehmen können
aus dem lebendigen Reigen
war er wieder Ozean:
in seiner unbewegten Tiefe,
in seinem immerwährenden Wogen,
Total.

divider

Dies ist die Karte, die ich von Mister Ium erhielt.
Wie es dazu kam hier …

divider_shadow_inset